Eine Einrichtung
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

Kontraste, Kunstausstellung im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern vom 29.9.-25.10. 2020 mit Werken von Klaus Dieter Köhler, Veronika Lang, Dieter Kommander und Melanie Greiner

Veröffentlicht am: 27. September 2020

Eine weitere Gemeinschaftsausstellung erwartet die Besucher des Klosters Benediktbeuern im Kreuzgang ab Dienstag, den 29. September 2020. Mit „Kontraste“ betitelt vereinigt sie Werke der sich an der Arbeit in mittelalterlichen Klosterskriptorien orientierten Buchmalerei, die Klaus Dieter Köhler aus Bichl zur Kunstausstellung beisteuert, Gemälde der Künstlerin und Kunsttherapeutin Veronika Lang und solche von Melanie Greiner, die ihr Genre selbst als intuitive Kunst bezeichnet. Beide stammen aus Benediktbeuern wie auch der Vierte im Bunde: der bereits 1999 verstorbene Dieter Kommander. Dem schon zu Lebzeiten bekannten Künstler setzen seine Witwe und seine Tochter durch die Präsentation seiner Werke in der „Kontraste“-Ausstellung im gewissen Sinne ein Denkmal.
Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 25. Oktober 2020, und ist täglich von 9.00 bis 18.00 geöffnet, der Eintritt wie üblich frei.

 

Über die KünstlerInnen

Klaus Dieter Köhler, Buchmalerei

Klaus Dieter Köhler wurde am 3. März 1955 in Frauenau/Bayer. Wald geboren. Sein künstlerischer Werdegang war nicht vorgegeben. Erst nach Abschluss seines Studiums zum Dipl. Verw. Wirt (FH) im Jahre 1977 entdeckte er seine Liebe zur mittelalterlichen Buchkunst.

Die Faszination der illuminierten Handschriften mit ihren reichen Verzierungen, insbesondere in den Stundenbüchern, übte dann auf ihn eine derartige Anziehungskraft aus, die ihn letztendlich veranlasste, sich grundlegend mit der mittelalterlichen Buchmalerei zu befassen.

Dazu gehörte, dass sich der Künstler die Technik der Buchmalerei in einem langwierigen Studium der Farben und des Aufbaus selbst aneignen musste. Dadurch erlernte er in akribischer Kleinarbeit die Vergoldung und Versilberung der Handschriften. Sein Streben gilt dem Ziel, besonders prunkvolle und aufwendige Vorlagen so schöpferisch wie möglich nachzugestalten.

Dies gibt dem Betrachter die Möglichkeit, anhand der unterschiedlichen Bildmotive die Vielfalt der alten Buchmalerei in einer Weise kennenzulernen, die sonst nur durch den Besuch von Museen und Bibliotheken verstreut über Europa möglich wäre. Die Auswahl der hier gezeigten Arbeiten vermittelt somit einen Einblick in eine Maltechnik, die im frühen Mittelalter entstand und der Buchdruck noch unbekannt war.

Angesichts der Handhabung dieser Technik muss angemerkt werden, dass ein Künstler, der sich dieser Kunst widmet, sich auch bestimmten künstlerischen Disziplinen unterziehen muss. Kenntnis, Sorgfalt, Technik und Können sind die Grundlagen für die Erstellung jener aufwendigen Kunstwerke, die ehemals von Mönchen, in einer Art Enklave, geschaffen wurden.

1995 gewann er mit seinem Werk „Die Erschaffung des Autos“ einen Kunstpreis der AKB-Bank in Köln, 2009 erhielt er einen Anerkennungspreis des Kunstvereins Stuttgart. Der Bayerische Rundfunk widmete ihm und seiner Malerei einen Beitrag in der Abendschau Süd.

Bisherige Ausstellungen in Benediktbeuern, Bad Tölz, Lenggries, Wolfratshausen, Eurasburg, Geretsried,  Iffeldorf, Schongau, Altötting, Augsburg, Sorge/Harz, München, Kloster Michaelstein/Harz, Schloß Wernigerode/Harz, Herrsching, München, Rybnick/Polen, Hilgerhof in Pittenhart.

Veronika Lang

Kurzbiografie:
1982: geboren in Benediktbeuern
2002: Staatsexamen der Krankenpflege
2003  – 2008: immatrikuliert an der Akademie der bildenden Künste München
2005: Auslandssemester an der University of Auckland (NZ)
2008: Abschluss des Studiums mit Diplom der Akademie der bildenden Künste München
2010 – 2014: Aufbaustudium Kunsttherapie mit Abschlusszertifikat am AKT München
seit 2012: Schriftstellerische Tätigkeit
2014 – 2018: selbständige Tätigkeit als Kunsttherapeutin
2018 – andauernd: Festanstellung als Kunsttherapeutin

Ausstellungen:
2004: Invasion I, Pasinger Fabrik München
2004: Jahresausstellung, Akademie der bildenden Künste München
2006: Jahresausstellung, Akademie der bildenden Künste München
2007: Spielstein , KHG München
2008: Diplomausstellung Akademie der bildenden Künste München
2011:  Ausstellung Whitebox, München
2017: Ausstellung ÖHA – Kunstraum, Bad Tölz
2017: Eröffnungsausstellung im eigenen Atelier, Bad Tölz

Dieter Kommander, geb. 1939, gest. 1999

Der heimische Kunstmaler aus Benediktbeuern war bereits zu Lebzeiten einer der Künstler des Werdenfelser Künstlerlexikons und wurde nach seinem Tod in das Buch der heimischen Künstler „Malerisches Erbe zwischen Isar und Loisach“ aufgenommen.

Für Dieter Kommander war die Malerei eine kostbare Fähigkeit, die er mit Geduld, Perfektion, akribischem Können und Liebe zum Detail ausübte. Er war Künstler mit Leib und Seele, bezeichnete sich selbst aber als Handwerker.

Seine Witwe und seine Tochter möchten ihm posthum die Möglichkeit geben, seine Werke noch einmal auszustellen und auch sein Schaffen in der Region den Menschen der Region, denen, die ihn kannten und Menschen, die seine Werke als Spiegel der Landschaft und der Menschen einfach ansprechend finden, zum Kauf und damit zum Erhalt anzubieten, sowie der nachkommende Generation die Kreativität seiner Familie vorzustellen.

Melanie Greiner, geb. Kommander

„Ich bin ein Kind der 70er, in Benediktbeuern, im schönen Oberbayern, geboren und aufgewachsen.

Die intuitive Kunst: Diese Form der nicht festgelegten oder schulisch erzwungenen oder studierten Kunst, die alles sein kann und nichts sein muss, begeistert mich. Ich freue mich sehr, wenn Menschen Zugang zu dem Flow bekommen, den mir meine Arbeiten während der Erstehung und im Sein geben.

Ich sehe Kunst als weitere Form des Ausdrucks, wie eine eigene Sprache auf einer inneren, sehr emotionalen Ebene. Alles kann, nichts muss!“