Kloster Benediktbeuern 1

Heiliger Ulrich in Benediktbeuern

 

Ulrichsschrein 02 Pressestelle Bistum Augsburg Nicolas Schnall

Der Ulrichsschrein
Foto: pba/Nicolas Schnall

Im vergangenen Jahr wurde erstmals der Ulrichsschrein während der Ulrichswoche nach Ottobeuren gebracht, in diesem Jahr besuchte der hl. Ulrich das Kloster Benediktbeuern. Am Mittwoch, dem 6. Juli, feierte die Diözese Augsburg den großen Diözesanheiligen an einem Ort, für den er sich große Verdienste erworben hat. Nach der Zerstörung des Klosters durch Ungarn hatte er für dessen Wiederaufbau gesorgt, gilt nach dem hl. Bonifatius als dessen zweiter Gründer.

Über den Festtag im Kloster, die Gottesdienste und das vielfältige Nachmittagsprogramm - für Schülergruppen wurde ein eigenes Programm organisiert -, informiert diese Seite.

 

„Wie ein Nachhausekommen“: Ulrichschrein für einen Tag im Kloster Benediktbeuern

Benediktbeuern - Das feierliche Glockengeläut kündigt es an: Hier geschieht etwas ganz Besonderes. Erstmals seit mehr als 1.000 Jahren kommt der heilige Ulrich zurück ins Kloster Benediktbeuern. Begleitet von der Antlaß-Schützen-Kompanie Benediktbeuern-Ried und der Musikkapelle Benediktbeuern wird der Schrein mit den Gebeinen des Bistumspatrons in den Innenhof des Klosters getragen. Rund 600 Pilger warten bereits gespannt auf den gold-silbernen Schrein – und auf Bischof Dr. Konrad Zdarsa. Zur Fotogalerie

Zum zweiten Mal wurde heuer ein Tag der Ulrichswoche auch außerhalb von Augsburg begangen. Heute Morgen wurde der Ulrichschrein im Rahmen der Frauenwallfahrt in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg verabschiedet und ins Kloster Benediktbeuern gebracht. Dort wurde er von Bischof Konrad, Generalvikar Harald Heinrich, rund 40 Geistlichen und einer großen Zahl Pilger – darunter rund 250 Schülerinnen und Schüler – in Empfang genommen.

 

Hl. Ulrich gilt als zweiter Gründer des Klosters Benediktbeuern

„Nach gut 1.000 Jahren kehrt der heilige Ulrich für einen Tag nach Benediktbeuern, an eine seiner Wirkungsstätten, zurück“, begrüßte Salesianerpater Reinhard Gesing, Direktor des Klosters Benediktbeuern, die Wallfahrer im Klosterhof. Der Bistumspatron habe nicht nur die Geschichte der Stadt Augsburg stark geprägt, sondern auch an vielen anderen Orten des Bistums seine Spuren hinterlassen, fuhr der Klosterdirektor fort.

 

Video: © katholisch1.tv

Nach der Zerstörung des Klosters durch die Ungarn sei der Bischof von Augsburg maßgeblich am Wiederaufbau des Klosters beteiligt gewesen und gelte daher als der zweite Gründer des Klosters. Zu seinen Lebzeiten habe der heilige Ulrich in Benediktbeuern während seiner Reisen oft Rast gemacht. Daher sei der heutige Tag „auch so etwas wie ein Nachhausekommen“ für den Bistumspatron, so der Salesianer.

In einer Prozession folgten die Gläubigen dem Ulrichschrein in die Basilika, wo der Schrein vor dem Altar aufgestellt wurde. Anschließend feierte Bischof Konrad ein Pontifikalamt. In der Predigt wandte sich der Bischof an die Anwesenden mit dem Aufruf, nach dem Vorbild des heiligen Ulrich zu handeln, der immer wieder den Frieden im Reich gesichert habe: „Dürfen wir dem Streit anderer tatenlos zusehen, ohne dabei selbst schuldig zu werden?“ Denn immer wieder würden Menschen „Mangel an Begeisterung mit Edelmut verwechseln“, „Konfliktscheue als Toleranz verkaufen und Trägheit und Feigheit als Friedfertigkeit“, so Bischof Konrad. Am Ende des Gottesdienstes spendete der Bischof mit der Ulrichsreliquie den Segen. Anschließend bestand die Möglichkeit zum Einzelsegen.

"Sehr schönes und bewegendes Ereignis"

Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes übernahm ein Projektchor – überwiegend Studentinnen und Studenten der Hochschule Benediktbeuern - unter der Leitung von Salesianerpater Professor Dr. Josip Gregur. Zu hören waren neues geistliches Liedgut ebenso wie traditionelle Kirchenlieder. Franziska Harbich, Studentin der Sozialen Arbeit und Religionspädagogik, übernahm die Aufgabe der Kantorin und sang den Psalm. „Es war eine große Ehre für mich, in diesem Rahmen singen zu dürfen, ein einzigartiges Erlebnis“, so die 28-Jährige. Nach dem Gottesdienst sind sich die Gläubigen einig: „Es war sehr schön und bewegend“, so Marion Zenk aus Benediktbeuern. Auch Pater Heiner Heim SDB, Leiter der Pfarreiengemeinschaft, fand die liturgische Gestaltung sehr gelungen: „Ich glaube, der heilige Ulrich ist heute noch einmal zum Neugründer des Klosters geworden durch den feierlichen Gottesdienst, das Gebet und den Gesang.“

Text: pba/Romana Kröling; Fotos: pba/Nicolas Schnall

 

 

Fotogalerie vom Besuch des hl. Ulrich im Kloster Benediktbeuern

© Pressestelle Bistum Augsburg/Nicolas Schnall

 

 

Begrüßung des Ulrichschreins und des Bischofs von Augsburg durch Klosterdirektor P. Gesing

 

Foto: © Martin Blösl

 

Der Nachmittag im Kloster

Nach dem gemeinsamen Mittagessen unter den Arkaden des Klosterinnenhofs wurden unterschiedliche Angebote, zumeist mit einem Benediktbeurer Bezug, gerne angenommen. Ob die Teilnahme an einer Klosterführung, ein Besuch des Zentrums für Umwelt und Kultur oder des daran angeschlossenen Meditationsgartens, Vorträge und Möglichkeiten zum Gespräch oder schließlich eine musikalische Andacht in der Basilika, bei der Texte aus der Benediktusregel und passende Orgelwerke vom Mittelalter bis in die jüngere Zeit erklangen – das Nachmittagsprogramm fand in allen Elementen seine Interessierten.

Einen ersten feierlichen Abschluss setzte daraufhin – es versammelten sich noch einmal rund 200 Menschen dazu in der Basilika – die Pontifikalvesper, in der Bischof Dr. Zdarsa in einer spontanen Ansprache sehr ermutigende und verbindliche Worte fand. Er ermutigte zu Vertrauen in Gott. Gott mache immer den ersten Schritt, das zeige sich im Leben und Wirken der Heiligen wie des hl. Ulrich überaus deutlich. Aber jeder Christ dürfte in Notlagen und Leid darauf vertrauen, dass Gott bereits dabei sei, diesen ersten Schritt zu machen oder dieser sogar schon von seiner Seite erfolgt sei. Außerdem verwies er auf die kürzlich erfolgte Visitation der Pfarreiengemeinschaft Benediktbeuern, Bichl und Kochel. Er verstehe Visitation wirklich als Besuch und ein solcher Besuch habe auch am heutigen Tag stattgefunden zur Stärkung des Glaubens.

Fotos: © Martin Blösl

 

Youth meets Ulrich

Am Abend, nach der Abreise des Bischofs, wurde der Besuch des hl. Ulrich mit „Youth meets Ulrich“ abgeschlossen. Auch dieser von P. Norbert Schützner SDB geleitete Gottesdienst in der Basilika fand großen Zuspruch – besonders zahlreich waren die Firmlinge der Pfarreiengemeinschaft. Das Thema Freundschaft mit Jesus wurde am Beispiel des hl. Ulrich und der in Benediktbeuern besonders verehrten Heiligen reflektiert.

Jesus biete jedem Freundschaft an: „Wir nehmen dieses Angebot an, indem wir ihm unser Ohr schenken und ihm vertrauen.“ Am Ende des Wortgottesdienstes wurde der Schrein des hl. Ulrich, begleitet von den Jugendlichen, aus der Basilika getragen und zum Abtransport nach Augsburg vorbereitet, er müsse, wie es während der Feier hieß, am Abend wieder zuhause sein.

 

Text und Fotos: © Pressestelle des Klosters Benediktbeuern/jw

 

Programm vom Besuch des hl. Ulrich in Benediktbeuern

(Programmflyer zum Download)

Die Veranstaltungen am 6. Juli im Einzelnen und den Lageplan des Klosters finden Sie im

 

 

Vortrag von Dr. Thomas Groll über den hl. Ulrich im Kloster Benediktbeuern: „Mutiger Kämpfer für den Glauben“

„Streiter in der Not, Helfer bei Gott“ – unter diesem Titel führte am Donnerstag, den 30. Juni, Dr. Thomas Groll im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern in das Leben und Wirken des hl. Ulrich von Augsburg ein. Rund 40 sehr interessierte Gäste waren gekommen – für ein historisches Thema sicherlich ein sehr beachtliches Auditorium – und bekamen vom Studentenpfarrer und Bistumshistoriker der Diözese Augsburg einen sehr ansprechenden, auch von humorvollen Bemerkungen flankierten Vortrag präsentiert, der nicht nur einen großen Überblick, sondern auch viele interessante Details aus Leben und Wirkungsgeschichte des Bistumpatrons bot.

Eine Skizze der wichtigsten Lebensstationen – Herkunft, Ausbildung in St. Gallen mit starker und fortwirkender benediktinischer Prägung, Weg zum Priestertum und Bischofsamt – stand am Anfang des Vortrags. Darin illustrierte Dr. Groll auch die doppelte Funktion des hl. Ulrich als geistlicher Hirte des Bistums und als Politiker, als welcher er besonders im Widerstand gegen die Ungarn agierte. Als besondere Merkmale seines Wirkens als Bischof stellte Dr. Groll Ulrichs Reisetätigkeit und Visitationen dar, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen sei, was ja auch in Bezug auf das Kloster Benediktbeuern feststeht, für dessen Neugründung er eine wichtige, auch „präsente“ Rolle spielte. Interessant auch, dass der Heilige, wie man erfuhr, auch heute noch die Gemüter erhitzen kann, dies zumindest, wenn es um die Lokalisierung der Schlacht auf dem Lechfeld geht.

Die Verehrung des hl. Ulrich – er war, so Dr. Groll, für Augsburg so wichtig wie für Benediktbeuern die hl. Anastasia – nahm mit seiner Heiligsprechung, der ersten päpstlichen Kanonisation in der Geschichte der Kirche, die ihn weit über Bayerisch-Schwaben hinaus zu einem Heiligen Europas machte, deutlich zu und findet in den vielen auf seinen Namen geweihten Kirchen ein beredtes Zeugnis. Im Kontext der Nachgeschichte referierte Dr. Groll auch über die Ulrichskreuze und das wechselvolle Schicksal des Ulrichschreins und kam schließlich auch auf die Ulrichswochen in Augsburg zu sprechen. Den Facettenreichtum der Ulrichsverehrung, die übrigens im bayerischen Teil des Bistums seit jeher weniger ausgeprägt zu sein scheint als im schwäbischen, erklärte er damit, dass jede Zeit den Heiligen auf dem Hintergrund ihrer Situation und der sie drängenden Fragen gedeutet habe.

Für die heutige Zeit – so der Ausblick von Dr. Groll – bestehe die Bedeutung des hl. Ulrich vor allem in seinem Eintreten in der Welt. Er sei ein mutiger „Kämpfer“ für den Glauben gewesen, habe sehr konkret, entschieden und tatkräftig Hand angelegt und auch als Hirte für die Armen und Notleidenden gewirkt.

Nachdem die Zuhörer ausgiebig dem Angebot zu fragen nachgekommen waren, dankte Klosterdirektor P. Reinhard Gesing SDB Dr. Thomas Groll für die Ausführungen und damit für dessen gelungene Einstimmung auf den Ulrichstag in Benediktbeuern herzlich. Schon zu Beginn hatte er in der Begrüßung des Bistumshistorikers seiner Freude Ausdruck gegeben, dass im Rahmen der Ulrichswoche am kommenden Mittwoch, 6. Juli der Ulrichsschrein nach Benediktbeuern komme. Sozusagen nach fast 1000 Jahren kehre der hl. Ulrich an seine alte Wirkungsstätte zurück. Für alle Pilger solle der Tag ein Fest des Glaubens sein. Und es sei ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit seitens des Bistums mit dem Kloster und oberbayerischen Teil der Diözese Augsburg.

Text und Fotos: Dr. Jürgen Werlitz

 

 

Vorschauen auf den Besuch des hl. Ulrich

Ein Statement von Klosterdirektor P. Gesing SDB und Pfarrer P. Heiner Heim SDB zum 6. Juli können Sie hier einsehen:

 

 

Die Pressestelle des Bistums Augsburg hat außerdem bereits anlässlich eines Pressetermin am 1. Juni im Kloster eine ausführliche Vorschau veröffentlicht:

 

 

Katholisch1.tv, das katholische Nachrichtenmagazin aus dem Bistum Augsburg, informiert in dem Beitrag "Bistumspatron in Benediktbeuern - Heiliger Ulrich auf Reisen" darüber.

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