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Don Bosco Forum über Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Teilhabe

Veröffentlicht am: 14. Februar 2017

Bonn - Mehr als 400 Gäste trafen sich beim Don Bosco Forum in Bonn, um über die soziale Ausgrenzung von Jugendlichen zu diskutieren. „Wir als Don Bosco wollen Jugendliche aus dem Abseits holen“, betonten die Geschäftsführer Christian Osterhaus, Don Bosco Mondo, und NelsonPenedo, Don Bosco Mission Bonn. Hunderte Mitglieder der Don Bosco Einrichtungen weltweit, Interessierte sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft nahmen an dem Treffen in der Universität Bonn teil. Am Ende des Don Bosco Forums präsentierten die Teilnehmer der Internationalen Jugendbegegnung, die im Vorfeld stattfand, ihre Ergebnisse zum ThemaAusgrenzung. 40 Jugendliche aus Europa und dem Nahen Osten suchten eine Woche lang nach Wegen aus der Radikalisierung. Auf dem Forum präsentierten sie ein Video, das zu mehr Toleranz und Frieden aufruft. Zudem zeigte eine Tanzperformance eindrucksvoll, was es bedeutet, ausgegrenzt zu sein. Die Begegnung mit den Teilnehmern aus verschiedenen Ländern empfanden alle Jugendlichen als eine Bereicherung: „Je mehr wir voneinander wissen, um so toleranter werden wir“, so das Fazit einer Teilnehmerin.

P. Thomas Koshy, Direktor des Don Bosco National Forum for the Young at Risk (YAR) mit Sitz in Neu Delhi, weiß, was soziale Ausgrenzung von Jugendlichenheißt. Rund zehn Millionen Kinder leben in seiner Heimat Indien auf der Straße. Auf dem Don Bosco Forum berichtete der 66-jährige Pater über seine Arbeit. Seit Jahrzehnten setzt er sich für Straßenkinder ein. Ein gravierendes Problem in Indien ist beispielsweise das Kastensystem, das eine strikte Trennung von gesellschaftlichen Schichten vorsieht. So werden die sogenannten Unberührbaren von der Gesellschaft ausgegrenzt und müssen niederen Arbeiten nachgehen. P. Koshy beklagt eine Kultur der Ausschließung, die Fortschritte verhindert. Das Netzwerk YAR koordiniert die Arbeit von 84 Don Bosco Einrichtungen landesweit. Kinderarbeit soll verboten, Kinderrechte gestärkt und vor allem armen Kindern Zugang zu Bildung verschafft werden.

Für P. Vincent Raj, stellvertretender Direktor der Don Bosco Einrichtung in Bethlehem, gehört Ausgrenzung zum Alltag. Der 39-jährige Inder kam 2006 nach Bethlehem und arbeitet seit 2014 dort in der Don Bosco Einrichtung. Bethlehem gleicht für ihn einem Gefängnis: „Wenn die Menschen etwa für eine Beerdigung nach Jerusalem wollen, müssen sie erst eine Genehmigungbeantragen.“ Die Salesianer haben in Bethlehem eine Bäckerei, die die Bevölkerung mit Brot versorgt, eine Technische Schule und eine Berufsschule, ein Kunsthandwerkszentrum und ein Jugendzentrum. Sowohl Muslime als auch Christen kommen zu den Salesianern. Schulbildung ist in Palästina besonders wichtig, viele Jugendliche brechen aber die Schule ab, finden keinen Job und rutschen dann in Kriminalität und Radikalisierung ab.

Auch in Deutschland gibt es viele Jugendliche, die ausgegrenzt sind und auf Ablehnung treffen. „Es gibt eine Form der emotionalen Ausgrenzung, die schwere Narben bei den jungen Menschen hinterlässt“, so Simon Härting SDB, Erziehungsleiter im Don Bosco Jugendhilfezentrum in Sannerz. „Wir hatten einen Jungen bei uns, der von seiner gesamten Familie abgelehnt wurde. Niemand wollte mit ihm Kontakt haben. Als Schutz hat er sich einen Panzer aufgebaut, auch körperlich. Wir haben es in einem Jahr nicht geschafft, eine Beziehungmit ihm aufzubauen.“ (Zum Thema „Zwischen Ausgrenzung und Teilhabe“ siehe auch das Interview mit Simon Härting SDB auf domradio.de: Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Teilhabe)

Text: Kirsten Prestin

Fotos: Jörg Loeffke/Stefan Hermes

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